Security bedeutet Verantwortung – auch für Entwickler
Wer Sicherheitssoftware entwickelt, trägt Verantwortung.
Nicht nur technisch. Sondern moralisch.
In den letzten Wochen habe ich intensiv an meiner eigenen Security-Engine gearbeitet. Checks, Remediations, Rollback-Mechanismen, Feed-Updates, Lizenzlogik. Viel Code. Viel Debugging. Viel Architekturarbeit.
Und irgendwann kam ein Gedanke, der mich nicht mehr losgelassen hat:
Wenn meine Software kompromittiert wird, bin ich nicht nur ein Entwickler mit einem Bug. Ich wäre ein Risiko für meine Kunden!
Und genau hier beginnt echte Security-Verantwortung.
Geschwindigkeit ist nicht das Ziel
In vielen Tech-Bereichen gilt: „Ship fast. Patch later.“
Im Security-Umfeld ist das gefährlich.
Eine fehlerhafte GUI ist ärgerlich.
Ein instabiles Update ist peinlich.
Aber ein manipulierbarer Update-Mechanismus oder unsauber validierte Feed-Dateien sind ein Einfallstor.
Deshalb habe ich mir selbst eine klare Regel gesetzt:
Integrität vor Geschwindigkeit.
• Updates müssen überprüfbar sein.
• Feeds müssen validiert werden.
• Änderungen müssen nachvollziehbar sein.
• Und jede Remediation braucht im Zweifel einen Rollback.
Security ist kein Feature.
Security ist eine Verpflichtung.
Vertrauen ist das eigentliche Produkt
Viele Security-Tools verkaufen „Schutz“.
Aber was sie wirklich verkaufen, ist Vertrauen.
Wenn ein Unternehmen meine Software einsetzt, vertraut es darauf, dass:
• Konfigurationsänderungen korrekt sind.
• Sicherheitsmaßnahmen nicht unkontrolliert Systeme beschädigen.
• Updates nicht zur Angriffsfläche werden.
• Logs nachvollziehbar bleiben.
• Und dass im Ernstfall ein sauberer Rückweg existiert.
Dieses Vertrauen darf man nicht leichtfertig behandeln.
Sicherheit endet nicht beim Code
Secure Coding ist wichtig:
• Eingaben validieren.
• Abhängigkeiten prüfen.
• Signaturen nutzen.
• Fehlerbehandlung sauber implementieren.
Aber Verantwortung geht weiter:
• Wer kontrolliert die Feed-Infrastruktur?
• Wie wird die Lizenzprüfung abgesichert?
• Wie verhindert man Supply-Chain-Manipulation?
• Wie dokumentiert man Sicherheitsentscheidungen?
Security ist Architektur.
Security ist Prozess.
Security ist Haltung.
Warum ich lieber langsamer entwickle
Ich könnte schneller neue Features einbauen. Mehr Checks. Mehr Automatisierung. Mehr „Wow“.
Aber ich entscheide mich bewusst dafür, erst die Grundlagen stabil zu machen:
• Saubere Validierungsmechanismen
• Klare Zustandslogik
• Robuste Rollback-Strategien
• Transparente Logging-Strukturen
Denn ein Security-Produkt, das selbst nicht robust ist, widerspricht seinem eigenen Zweck.
Verantwortung ist kein Marketing-Begriff
Für mich ist IT-Sicherheit kein Buzzword.
Es geht um reale Systeme. Reale Daten. Reale Existenzen.
Wenn ich ein Security-Tool veröffentliche, dann soll es nicht nur funktionieren. Es soll verlässlich sein.
Und Verlässlichkeit entsteht nicht durch Hype. Sondern durch Sorgfalt.
Security bedeutet Verantwortung.
Und Verantwortung beginnt beim Entwickler.